L’univers d’Ahmadinejad
ajmch
Comme le dit fort bien Matthias Küntzel (version anglaise), l’engagement des basidji dans les champs de mines montre bien ce à quoi nous pouvons nous attendre de la part du régime des mollahs:
„Früher sah man freiwillige Kinder, vierzehn-, fünfzehn-, sechzehnjährige“, schrieb die halbamtliche iranische Tageszeitung ,Ettela’at’. „Sie gingen über Minenfelder. Ihre Augen sahen nichts, ihre Ohren hörten nichts. Und wenige Augenblicke später sah man Staubwolken aufsteigen. Als sich der Staub wieder gelegt hatte, war nichts mehr von ihnen zu sehen. Irgendwo, weit entfernt in der Landschaft, lagen Fetzen von verbranntem Fleisch und Knochenteile herum.“ Derartige Szenen würden nunmehr vermieden, versicherte ,Ettela’at’: „Vor dem Betreten der Minenfelder hüllen sich die Kinder [jetzt] in Decken ein und rollen auf dem Boden, damit ihre Körperteile nach der Detonation der Minen nicht auseinanderfallen und man sie zu den Gräbern tragen kann.“[1]
Die Kinder, die sich so in den Tod rollten, gehörten der 1979 von Khomeini ins Leben gerufenen Massenbewegung der Bassidschi an. Die Bassidschi-e Mostasafan („die Mobilisierten der Unterdrückten“) waren kurzfristig rekrutierte Milizionäre. Die meisten von ihnen waren noch keine 18 Jahre alt. Sie zogen zu Tausenden und mit Begeisterung in ihr Verderben. „Die jungen Männer räumten mit ihren eigenen Körpern die Minen“, erzählte im Frühjahr 2002 ein Kriegsveteran, „es war zum Teil wie ein Wettrennen, ohne Befehl der Kommandeure, jeder wollte der erste sein.“[2] (…)
Heute aber tritt Ahmadinejad öffentlich in Bassidschi-Uniform auf. Mit ihm eroberte die Generation der Teilnehmer jenes Krieges die Macht im Land. Es war die Bassidschi der Gegenwart, die Ahmadinejads Wahlkampagne geprägt und ihn im Sommer 2005 auf ihren Schultern ins Präsidentenamt getragen hatten. Der Sieger zeigte sich erkenntlich: Im Herbst 2005 rief der neue Präsident zur „Bassidschi-Woche“ auf. Nach einem Bericht der Zeitung Kayan kamen neun Millionen Bassidschi, die „eine Menschenkette über eine Entfernung von 8.700 Kilometern bildeten. … Allein in Teheran waren 1.250.000 Menschen auf der Straße.“[3]
Ahmadinejad rühmte in seiner Ansprache die „Bassidschi-Kultur“ und die „Bassidschi-Macht“, mit der der Iran heute „auf der internationalen und weltdiplomatischen Ebene präsent“ sei. Der Vorsitzende des Wächterrates, Ayatollah Ahmad Jannati, stellte selbst die Fortschritte des iranischen Atomprogramms als den Erfolg jener Menschen dar, „die der Bassidschi-Bewegung dienen und eine Bassidschi-Psyche und Bassidschi-Kultur besitzen.“[4]
Les sous-titres:
Die Bassidschi-Kinder im Krieg
Die Märtyrer von Kerbala
Der Mythos vom Imam
Vom Bassidschi zum suicide bomber
Von der Wüste ins Labor: Ahmadinejads 2. Revolution
La conclusion
Unser Rückblick in die Zukunft beweist, dass das Ungeheuerlichste als selbstverständlich zu erwarten ist. Die Kriegsführung des Iran zwischen 1980 und 1988 liefert lediglich einen Vorgeschmack. Was mit der Räumung von Minenfeldern durch menschliche Bomben begann, ist heute in Gestalt der Selbstmordattentäter die stärkste Waffe des Islamismus weltweit. Die putzige Wüstenshow über den Verborgenen Imam mit bestellten Schauspielern in den Hauptrollen ist zum Showdown zwischen einem irrlichternden Präsidenten und der westlichen Welt eskaliert. Und der Bassitschi, der einst mit einem Stock bewaffnet durch die Wüste lief, arbeitet heute als Chemiker in einem Uranlabor.
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